Automobilkaufmann Berufsbild

In Deutschland gibt es rund 350 staatlich anerkannte Berufe. Über die Hälfte davon wurde in den vergangenen Jahren neu gestaltet. Das geschieht in vielen Fällen im Rahmen einer Neuordnung der Ausbildung in den jeweiligen Berufsfeldern, wie zum Beispiel die Kfz-Berufe. Eine Vielzahl der kaufmännischen Berufe wurde ebenfalls auf die neuen Arbeitsmarktbedingungen zugeschnitten.

Automobilkaufmann/-frau – ein Beruf mit starker Kundenorientierung in einem anspruchsvollen technischen Umfeld

Die hohe Innovationskraft des Kraftfahrzeugbaus, der enorme technische, technologische und organisatorische Fortschritt führten 2003 in Deutschland zur Entstehung des neuen Berufes Kraftfahrzeugmechatroniker. Aber auch in Verwaltung, Handel, Verkauf und Kundenservice sind neue Anforderungen entstanden. Dem trägt die 1998 erlassene Ausbildungsverordnung für Automobilkaufmann/-frau Rechnung. Die Ausbildung basiert auf dem Berufsbildungsgesetz, ist bundesweit einheitlich und erfolgt in Industrie, Handel und Handwerk. Es ist ein sehr anspruchsvoller, interessanter, für Jungen und Mädchen gleichermaßen geeigneter Beruf mit guten Beschäftigungs- und Aufstiegschancen. Die Ausbildungsdauer beträgt drei Jahre.
Die Mehrzahl der Auszubilden befinden sich in einem dualen Ausbildungsverhältnis. Die Ausbildung kann aber auch in einer gleichgestellten schulischen Ausbildungsform, in der Regel mit betrieblichen Ausbildungsanteilen, durchgeführt werden.
Die Absolventen sind vorrangig in Autohäusern, bei Kfz-Importeuren und -Herstellern tätig. Das bezieht sich keinesfalls nur auf Personenkraftwagen, sondern auch auf Nutzfahrzeuge (Lastkraftwagen, Spezialfahrzeuge, Busse) und motorisierte Zweiradfahrzeuge. Betriebe, die sich mit Land- und Forstfahrzeugen/-maschinen oder mit Baumaschinen/-geräten befassen, stellen unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls Absolventen ein.

Wichtige Ausbildungs- und Tätigkeitsbereiche der Automobilkaufleute

Die Ausbildungs- und Arbeitsbereiche sind sehr breit gefächert. Bestimmte Spezialisierungen ergeben sich aus der Ausrichtung des Ausbildungsbetriebes und des späteren Einsatzes. Automobilkaufleute beschäftigen sich mit allen Dienstleistung rund um das Kraftfahrzeug und die betrieblichen Verwaltungsaufgaben. Sie arbeiten häufig an den Schnittstellen Technik-Administration-Kunde. Automobilkaufleute befassen sich besonders mit der Vorbereitung, dem Angebot, der Vermittlung und Abrechnung von Finanzierungs-, Leasing-, Fahrzeugflottenmanagement,- Versicherungs- und Garantieverträgen. Die Tätigkeit ist sehr team- und kundenorientiert. Die Kaufleute helfen mit einen effektiven Betriebsablauf durchzusetzen und aufrechtzuerhalten.

Weitere berufliche Kompetenzen sind:

  • Einholen und Erstellen von Angeboten, vergleichen von Konditionen und beschaffen von Waren,
  • Kontrolle des Wareneingangs und prüfen von Rechnungen und Lieferpapieren,
  • Verkauf von Fahrzeuge, Teilen und Zubehör, Anwenden der Lagerwirtschafts- und Datenverarbeitungskonzepte,
  • durchführen von Preiskalkulationen,
  • führen von Beratungs- und Verkaufsgesprächen,
  • Abwickeln von Aufträgen und Rechnungsstellung,
  • Kunden abgerechnete Leistungen begründen,
  • bearbeiten der Reklamationen und Kulanzverfahren,
  • ausführen von Kostenrechnungs- und Zahlungsvorgängen,
  • berechnen von Löhnen und Provisionen,
  • Beteiligung an Kunden- und Wettbewerbsanalysen sowie Marketingaktionen
  • Anwenden von Umweltschutzvorschriften.